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Feindsender 2015/16

Jazz im zeitlichen Umfeld der Nazi-­Diktatur

Die Konzertreihe »Feindsender« beleuchtet in sechs Themenblöcken die kontroverse und tragische Situation des Jazz unter der Nazi-­Diktatur. Gerade der Jazz, der von den Nationalsozialisten als »jüdische Negermusik« ganz besonders diffamiert wurde, soll in dieser Reihe ins Zentrum rücken.

Gegen die große Popularität des Jazz und Swing in den Vergnügungsstätten der Großstädte arbeitete die NS-Propaganda nach der Machtergreifung im Jahr 1933 mit massiver Polemik und Verboten. Zentrales Argument war die ethnische Herkunft, inhaltlich wurden die »sinnlose Anwendung von Synkopen«, die »Schlagzeugorgien«, »künstlerische Zuchtlosigkeit«, »Verlotterung und Verschlampung im musikalischen Ausdruck« und die »unanständigen Tanzformen« kritisiert. Letztendlich wurde die Jazzmusik sogar zum »politischen Kampfmittel der Juden« hochstilisiert.

Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verfolgung von Jazz und Swing fristete lange ein Schattendasein, das die Reihe Feindsender in München nun beenden möchte. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater veranstaltet die Europäische Kulturstiftung EUROPAMUSICALE im NS-Dokumentationszentrum sechs Konzerte in der Reihe Feindsender.

Um die Thematik transparent zu gestalten und auch einem Nicht-­Fachpublikum darzustellen, werden die Konzerte ausführlich moderiert und mit interessanten Rückblicken auf die Musikszene und Zitaten aus Originalquellen angereichert.
Essentiell ist dafür auch die Darstellung und musikalische Betrachtung der Jazz-Szene in Deutschland und Europa vor und nach dem II. Weltkrieg, welche wichtige Zusammenhänge innerhalb der Gesamtthematik liefert.

Das Ensemble besteht aus Studierenden und Dozenten des Jazz-Instituts der Hochschule für Musik und Theater München mit dem besonderen Fokus auf die Förderung begabter junger Musikerinnen und Musiker.

Förderer des Schulprojekts