Deutsch

Elegie

So, 20.11.2016
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München, 11:00 Uhr

Michael Schäfer Klavier
Mio Noriyuki Klavier
Ilona Then-Bergh
Violine
Severin Van Schmid Violine
Diyang Mei Viola
Wen-Sinn Yang Violoncello

Leone Sinigaglia (1868-1944) 
Zwei Stücke für Violoncello und Klavier op. 16
Nr. 1 Romanze h-Moll, Nr. 2 Humoreske
Karl Goldmark (1830-1915)
Klavierquintett in C-Dur op. 54 (1914)
Sergej Rachmaninow (1873-1943) 
Klaviertrio Nr. 2 „Trio élégiaque“ d-Moll op. 9

Leone Sinigaglia, Spross einer großbürgerlichen jüdischen Familiendynastie aus Turin,  ist heute selbst unter Musikwissenschaftlern kaum noch bekannt.  Dabei war er zu Lebzeiten ein weitgereister Komponist und ein Freund und hochgeschätzter Kollege von Brahms und Dvořák. Seine Werke wurden von Furtwängler, Toscanini und Barbirolli weltweit uraufgeführt. Sinigaglias Klangsprache war tief in der deutschen Romantik verwurzelt, verfügt aber über eine überraschende Originalität. Seine Kammermusik ist voll subtiler harmonischer und melodischer Nuancen, mit unüberhörbaren Referenzen an seine piemontesische Heimatregion. Mit 75 Jahren sollte er aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach Deutschland in ein Arbeitslager verschleppt werden, starb jedoch im Moment seiner Verhaftung an einer Herzattacke.

Auch Karl Goldmark hatte zu seinen Lebzeiten Karriere gemacht: Vom Sohn eines armen jüdischen Kantors in der ungarischen Provinz, zu Beginn ohne Schulunterricht, stieg er auf bis zum Professor für Komposition in Wien. In seinen Klavierquintetten zeigen sich typische »goldmarkige« Erfindungen: In dem 1879 entstandenen Klavierquintett op. 30 finden sich raffinierteste Instrumentaleffekte und eine modulatorische Beweglichkeit, die ihre Wurzeln bei Franz Schubert zu haben, diesen aber noch in den Schatten zu stellen scheint. Auch in seinem späten Quintett op. 54 finden sich trotz »moderner« Anklänge seine typischen Umgehensweise mit Harmonik, verschärfter Motivik und permanenten Modulationen.

Noch am Todestag seines Lehrers und Vorbilds Tschaikowsky, dem 6. November 1893, begann Sergej Rachmaninow mit der Komposition seines Trio élégiaque Nr. 2 in d-Moll, welches er, Tschaikowsky zitierend, dessen Andenken widmete: À la memoire d’un grande artiste. In seiner ungehemmten Emotionalität, mit seiner monumentalen Spieldauer von 45 Minuten und seinen breit angelegten Variationen wurde es ein würdiger Nachfolger des elegischen Tschaikowsky-Trios a-Moll von 1882.

Prof. Michael Schäfer
Klavier

Mio Noriyuki
Klavier


Prof. Ilona Then-Bergh
Violine

Severin Van Schmid
Violine

 

Diyang Mei
Viola

Prof. Wen-Sinn Yang
Violoncello

Karten:
€ 22,00 bis € 38,00
zuzügl. EUR 1,50 Systemgebühr pro Ticket
Schüler und Studenten 50% Ermäßigung

Kostenlose Tickethotline:
Tel. 0800 - 545 44 55  |  Fax. 0800 - 545 44 44
Mo - Do: 9:00 - 17:00 Uhr  |  Fr: 9:00 - 15:00 Uhr 

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