
Sprituelle und weltliche A-Cappella-Musik
Sa, 16. Mai 2009,
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München 15 Uhr
Kammerchor der Musikhochschule Ost-Sarajevo
Rade Radovic Dirigent
Stevan Mokranjac (1856 - 1914)
Liturgija Svetog Jovana Zlatoustog (fragmenti)
Kosta Manojlović (1890 - 1949)
Opelo (fragmenti)
Marko Tajčević (1900 - 1984)
Duhovni stih
Kornelije Stanković (1831 - 1865)
Dostojno jest
PAUSE I
Zaharija Orfelin
Sjemo, sjemo liki (1757)
Anonimus
Serbskij kinonik, A.D. 1652
Stihira Svetom Savi, hilandarski neumski zapis, XVIII century
Bogorodice Djevo, znameni napjev
Bogorodice Djevo, vizantijski napjev
Rajko Maksimović (*1935)
Sahrana, iz «Pasije sv. Kneza Lazara»
PAUSE II
Vojin Komadina (1933 - 1997)
Potkozarje
Stevan Mokranjac
XII Rukovet
Konstantin Babić (*1927)
Madrigali
Dragana Veličković (*1963)
Golema č`čkalica
Das Konzertprogramm besteht vollständig aus Werken, die dem A Cappella-Genre angehören. Stil und Genre betreffend teilt es sich in drei eher verschiedene Teile auf.
Im ersten Teil findet man vier Kompositionen, die zu der polyphonen spirituellen Chormusik gehören. Zusätzlich zu den Kompositionen, die regelmäßig in den Liturgien der bosnischen orthodoxen Kirche (Mokranjac S. und K. Stankovic) gesungen werden, gibt es zwei Kompositionen (K. Manojlovic and M. Tajcevic), die zwar einen spirituellen Text aufweisen, aber ohne einen direkten Einfluss traditioneller Kirchenmusik geschrieben wurden. Eine Kuriosität des Programmteils ist die Komposition von Kosta Manojlovic »Opelo«: Dieses Werk ist Alexander, dem König Jugoslawiens, gewidmet als ein Zeichen des Danks für die Bereitstellung eines Stipendiums, infolge dessen Kosta Manojlovic in München Musik studieren konnte.
In dem darauffolgenden zweiten Teil sind fünf alte Kirchenmelodien zu hören, die unter starkem Einfluss des byzantinischen Ostens, also des ganzen Balkans, Bosnien und Herzegowina miteingeschlossen, standen. Diese Klänge wurden in der Zeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert geschrieben, evtl. sogar noch früher. Das Werk des zeitgenössischen Komponisten R. Maksimovic wurde von diesen Einflüssen inspiriert.
Der dritte Teil des Programms besteht aus von lokaler Folklore inspirierter A Cappella-Musik. Diese vier Kompositionen wurden im 20. Jahrhundert erschaffen. Bemerkenswert ist der Vokalzyklus Potkozarje des Komponisten Vojin Komadina entstanden auf Basis von Liedern wie »Potkozarje«, »Brüder«, »Ich bin ein Mädchen«, »Weiße Elfe« und »Lass uns tanzen«. Diese Lieder gehören dem allgemeinen Erbe der Menschen des nordwestlichen Teils Bosniens und Herzegowinas, dem sogenannten bosnischem Grenzgebiet, an. Eine sehr lebhafte Balkan-Folklore ist das offensichtliche Merkmal aller Kompositionen dieses Konzertteils.
Förderer
