
Troubadours en mediteranee
Fr, 15. Mai 2009
Allerheiligen-Hofkirche der Residenz München 15 Uhr
Troubadours Art Ensemble
Raimbaut d’Orange (1147-1173)
Arresplan la flors enversa…
Raimon de Miraval (1191-1229)
Ar’ab la forsa del freis…
Comtessa de Dia (*ca. 1140)
A chantar m’er de so qu’ieu no volria…
Anonyme Séfarade
La serena
Estampie Italienne
Ghaetta (instrumental)
Peirol (1160-1220)
Per dam que d’amor…
Jaufre Rudel (vor 1113-um 1170)
Lanquan li jorn son lonc en mai…
Raimon de Miraval
Ben aja-l cortes essiens
Arabo-andalou
Tuchia – Principio (instrumental)
Anonyme Séfarade
Como la rosa
Arabo-andalou
Tuchia Mesmum & Mceder (instrumental)
PAUSE
Bernart de Ventadour (um 1125- um 1195)
Quan vei la lauzeta mover…
Anonyme Séfarade
Alli en el midbar
Troubadours Art Ensemble
Cantiga (instrumental)
Giraut de Bornelh (1138-1215)
Reis glorios…
Anonyme Séfarade
Scalerica de oro
Alchimie der Worte und des Klanges: die Lieder der Trobadors sind von einer erstaunlichen Aktualität.
Gérard Zuchetto singt die Lieder der Trobadors in einer neuen Interpretation, die aus »Worten von Wert« (motz de valor) geschmiedet ist und den neuesten Untersuchungen zu den Trobadors entspringt. Die Geschichte lehrt uns, dass im frühen 11. Jahrhundert eine neue Form der Dichtung - der Trobar - entstand. Okzitanien, das südliche romanisch geprägte Drittel Frankreichs, ist die Wiege der hochentwickelten Trobadordichtung. Trobar bezeichnet die Erfindung und Schule der Trobadors - Dichter und Musiker, Schöpfer der höfischen Lyrik in Personalunion - und ist Symbol des Raffinement und des künstlerischen Ausdrucks. Diese Dichtung hat einen neuen Klang, da sie in vollkommener Freiheit gesungen und vorgetragen wurde. Die Trobadors durchquerten einen großen Teil Europas, darunter Frankreich, Spanien, Portugal, Nord-Italien, Sizilien, Sardinien, Malta, Deutschland und Ungarn und reisten bis in den Nahen Osten. Aus Dichtern werden nun Sänger, von Bernart de Ventadour, Trobador der höfischen Liebe, bis hin zu Guilhem Figueira, der sich gegen die Inquisition auflehnte.
Das Troubadours Art Ensemble bereichert das Trobar durch das Können und die Kenntnisse seiner einzelnen Musiker und deren Beitrag zur musikalischen Kreation (saber e conoissensa). So entsteht ein Schmelztiegel der Erfahrungen, der vor allem eines zum Ziel hat: den phantastischen Erfindern von gestern Ehre erweisen. Die lyrischen Worte und Melodien der Trobador werden gesungen in den vielfältigen Klangfarben der okzitanischen Sprache und begleitet von Instrumenten mit fremdklingenden Namen, wie Ûd (arabische Laute), Citola, Guiterne, Psalterium, Bogenfiedel, Rebec oder Organistrum. Die Konzerte des Troubadours Art Ensemble sind eine Hommage an eine poetisch-musikalische Kunst, deren Lieder der Inspiration durch Wissenschaft, Wissen, Können und Ideenreichtum entsprungen sind.
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