Konzerte 2018/19 - Münchner Komponisten II

Seit nunmehr neun Jahren sind die Odeon Konzerte, die die Hochschule für Musik und Theater in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kulturstiftung Europamusicale veranstaltet, ein Forum für die Musik verfemter, ermordeter und vertriebener Komponisten der NS-Zeit. Dieser wichtige Programmschwerpunkt liegt allen Beteiligten sehr am Herzen und soll auch in Zukunft ein Alleinstellungsmerkmal der Konzertreihe sein.

Als zusätzliches Thema stehen ab der letzten Saison Werke Münchner Komponisten auf dem Programm, wobei “Münchner Komponisten“ sehr weit gefasst wird: Gemeint sind alle Komponisten, in deren Biographie München in irgendeiner Weise eine wichtige Rolle spielt. In jedem Konzert wird mindestens ein Werk eines Münchner Komponisten bzw. Komponistin vorgestellt.

Für die Saison 2018/19 sind dies Kompositionen von Joseph Gabriel Rheinberger, seiner Schülerin Luise Adolpha Le Beau, Ignaz Lachner, Agostino Steffani sowie zeitgenössische wie Minas Borboudakis, Alexej Gerassimez, Yeahwon Shin und Tizian Jost.

Seit Conrad Paumann und Orlando di Lasso hat der genius loci Münchens viele bedeutende Komponisten inspiriert. Die Odeon Konzerte möchten sich zukünftig dieser Thematik widmen. Neben großen Namen wie W.A. Mozart, Richard Wagner, Richard Strauss, Max Reger und Carl Orff sind hier noch viele Entdeckungen zu machen und Schätze zu heben. So haben beispielsweise Johann Caspar Kerll und Franz Danzi, später dann Franz Lachner und Joseph Rheinberger das Musikleben Münchens bereichert. Nicht unerwähnt bleiben soll auch das weitgehend noch unentdeckte Terrain der sogenannten „Münchner Schule“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihrem Hauptvertreter Ludwig Thuille.

Zwei weitere wichtige Komponisten, deren Musik und Lebensläufe auf tragische Weise mit dem München der NS-Zeit verbunden sind, sind Paul Ben-Haim und Karl Amadeus Hartmann. Paul Ben-Haim, geboren 1897 als Paul Frankenburger in München, emigrierte 1933 vor der Verfolgung durch die Nazis nach Israel und wurde dort zu einer der zentralen Figuren im Musikleben. Karl Amadeus Hartmann widersetzte sich dem Nationalsozialismus und floh in die „innere Immigration“. Nach dem Krieg initiierte er die berühmte und bis heute bestehende Münchner Konzertreihe Musica Viva.

Dem Andenken dieser großen Töchter und Söhne der Stadt möchten sich die Odeon Konzerte in den nächsten Jahren besonders widmen.

Programm und künstlerische Leitung: Prof. Markus Bellheim

Eine Kooperation der
Hochschule für Musik und Theater München
und der
Europäischen Kulturstiftung EUROPAMUSICALE

Initiator und Förderer

Förderer

"Wenn Musikprofessoren aufs Konzertpodium gehen, tritt der Ernstfall ein. Aber dafür werden nicht nur ihre Studenten trainiert, dort erweisen sich auch Kompetenz, Kaliber und Charisma. In der originellen Reihe der "Odeon-Konzerte" der Hochschule für Musik und Theater geht es aber immer auch um originelle Werke."

Süddeutsche Zeitung, 24.05.2016: Anders modern - Kammermusikalische Raritäten in der Allerheiligen-Hofkirche

"...In drei seiner Solosonaten zeigten die Nachwuchstalente der Musikhochschule, dass die Odeon-Reihe nicht nur eine pädagogisch höchst fruchtbare Mischung von Professoren-Profis und werdenden Jung-Profis ist, sondern auch immer wieder eine Gelegenheit für musikalische Überraschungen...."

Süddeutsche Zeitung, 28.05.2013: Kokett - Die "Serenata in vano"-Matinee in der Allerheiligen-Hofkirche